Wer mit sich selber in Frieden lebt, kommt nicht in Versuchung, anderen den Krieg zu erklären.
(Ernst Ferstl)
Dieses Zitat, ausgesprochen von unserem Seminarleiter Sebastian Saul an einem Samstagvormittag, war für mich mehr als ein schöner Gedanke. Es war der Auslöser für eine klare Entscheidung: Mit TeamPLAY loszugehen, um junge Menschen dabei zu unterstützen, ihr Potenzial zu erkennen und zu entfalten.
Warum die Arbeit als Potenzialcoach sinnvoll ist
Wir leben in einer Welt, die viele Menschen verunsichert. Konflikte, Krisen und ein rauer Ton gehören längst zum Alltag. Das Akronym BANI versucht diese Welt zu beschreiben: brüchig, ängstlich, nicht-linear und oft schwer verständlich. Schon beim Schreiben darüber entsteht ein unangenehmes Gefühl.
Dieses Gefühl verändert sich, wenn ich die Buchstaben anders lese:
Blicke achtsam nach innen.
Wenn das Außen chaotisch und laut ist, wird der Blick nach innen umso wichtiger. Innerer Frieden entsteht nicht durch Kontrolle der Welt, sondern durch Selbstwahrnehmung, Klarheit und Verbindung zu sich selbst.
Gerade junge Menschen wachsen jedoch häufig in Systemen auf, die zuerst auf den Mangel schauen. Wo sind die Fehler? Was klappt nicht? Was muss besser werden? Dabei verlernen viele Jugendliche, ihre Stärken wahrzunehmen und wertzuschätzen.
Als Potenzialcoach richte ich den Blick bewusst nach innen. Ich begleite Jugendliche dabei, sich selbst in ihrem ganzen Potenzial zu sehen – auch dann, wenn das bisher niemand getan hat. Ich bin überzeugt: Jeder junge Mensch trägt Superkräfte in sich. Werden sie erkannt, können sie für sich selbst und für andere wirksam werden.
Was macht ein Potenzialcoach?
In meiner Ausbildung durfte ich TeamPLAY intensiv kennenlernen und selbst erleben. Die Übungen wirkten nicht nur auf einer rationalen Ebene. Sie führten zu echten Aha-Momenten, Erkenntnissen und auch zu Emotionen. Genau das zeigt, wie tief dieses Tool wirkt, obwohl es spielerisch bleibt.
Als Potenzialcoach unterstütze ich junge Menschen dabei, ihr Leben aktiv zu gestalten, statt sich als Spielball der Umstände zu erleben. Sie lernen ihre inneren Anteile kennen und verstehen, wie sie diese bewusst als Team einsetzen können, um Ziele zu erreichen.
Dabei geht es nicht um schnelle Lösungen oder Therapie. Potenzialarbeit ersetzt keine therapeutische Begleitung. Sie schafft Orientierung, Selbstverständnis und Handlungsspielraum – und bringt junge Menschen dadurch in die Eigenverantwortung.
Meine Rolle ist es, diesen Prozess zu begleiten. Ich schaffe einen sicheren Raum, in dem Jugendliche sie selbst sein dürfen. Ich stelle Fragen, helfe beim Einordnen und übersetze Erkenntnisse so, dass sie im Alltag nutzbar werden.
Wie TeamPLAY dabei unterstützt
Gearbeitet wird mit einem Kartenset aus 21 Karten. Jede Karte steht für einen Persönlichkeitsanteil. Die Bilder ermöglichen Jugendlichen einen sehr leichten, intuitiven Zugang zu sich selbst – ohne lange Gespräche oder komplizierte Erklärungen.
Schnell wird sichtbar, wo Stärken liegen und welche Superkräfte bereits da sind. Das stärkt das Selbstvertrauen, ohne in die Tiefe klassischer Persönlichkeitsentwicklung eintauchen zu müssen.
TeamPLAY wirkt besonders dann, wenn die richtigen Fragen gestellt werden. Genau hier setze ich an. Ich unterstütze Jugendliche dabei, Zusammenhänge zu erkennen und ihre Erkenntnisse in konkrete Schritte für ihren Alltag zu übertragen.
Genauso lassen sich Bedürfnisse hinter einzelnen Anteilen erforschen. Jugendliche verstehen, warum bestimmte Situationen oder Menschen Konflikte auslösen. Dieses Verständnis hilft, Konflikte bewusster zu lösen – oder sie gar nicht erst entstehen zu lassen.
Zusätzlich lernen sie, mit angenehmen wie herausfordernden Gefühlen umzugehen, statt sie zu unterdrücken.
In welchem Setting ist TeamPLAY geeignet?
TeamPLAY ist nicht an bestimmte Orte gebunden, sondern an die inneren Fragen der Menschen, die damit arbeiten. Es wirkt überall dort, wo junge Menschen sich selbst besser verstehen sollen.
In Schulen stärkt TeamPLAY die Klassengemeinschaft und unterstützt die Mobbingprävention. Eine gemeinsame Sprache entsteht, die Kommunikation wird leichter. Besonders wirkungsvoll ist es, wenn auch Lehrkräfte das Tool kennenlernen.
Auch in der Berufsorientierung entfaltet TeamPLAY seine Stärke. Jugendliche erkennen ihre Stärken, Interessen und Bedürfnisse – und können ebenso klar benennen, was sie nicht möchten. Das schafft eine gute Grundlage für bewusste Entscheidungen.
In Ausbildungsbetrieben unterstützt TeamPLAY Teambuilding und Kommunikation. Wenn Auszubildende und Ausbilder mit derselben Sprache arbeiten, entstehen Verständnis und Zusammenarbeit auf Augenhöhe.
Auch innerhalb von Familien hat TeamPLAY große Kraft. Konflikte werden sichtbar, Gefühle besprechbar und individuelle Lösungen möglich.
Fazit
TeamPLAY ist ein wirkungsvolles Werkzeug in der Arbeit mit Jugendlichen. Die Kombination aus spielerischem Zugang und innerer Tiefe ermöglicht nachhaltige Entwicklungsschritte – ohne Druck und ohne Überforderung.
Jugendliche dabei zu begleiten, sich selbst besser zu verstehen und inneren Frieden zu entwickeln, empfinde ich als sinnstiftende Aufgabe. Denn wenn junge Menschen früh lernen, mit sich selbst im Reinen zu sein, wirkt das weit über sie hinaus.
Wenn du neugierig geworden bist oder Ideen hast, wo TeamPLAY sinnvoll eingesetzt werden könnte, freue ich mich über einen Austausch.
